Marktkommentar Juli 2017

Sehr geehrte Vermögensinhaber,

Kunden der PORTFOLIO INVEST Anlageberatung GmbH!

Die Höhenflüge an den Wertpapierbörsen im ersten Halbjahr waren fulminant. Die Überbewertung vieler Unternehmen ebenso. Höchststände im DAX, Eurostoxx50, Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 waren die Folge.

Seit Anfang Mai befinden wir uns wieder in einer Normalisierungs-Phase, und viele Werte korrigieren auf hohem Niveau.

Wir hatten bis April in unseren Depots und gemanagten Fonds überproportional hohe Aktienquoten, die wir sukzessive – nach Erreichen der uE fairen Preise – mittlerweile wieder reduziert haben.

Einen Crash erwarten wir nicht, wohl aber eine „gesunde“ Korrektur. Bei dieser Gelegenheit wollen wir wieder in geeignete Werte investieren.

Dabei halten wir uns an bewährte Investmentstrategien und erprobte Faustregeln, wie zB gute Streuung der Anlagen, oder nur in Finanzprodukte investieren, die wir verstehen.

Bei jedem Investment gilt es, die Anlagerisiken zu hinterfragen; gleichzeitig müssen wir bewusst Risiken eingehen, um auch die Chancen an den Kapitalmärkten zu nutzen.

Emanzipiert sich die Wirtschaft von der Politik?

Die Wahlen in Frankreich, in den Niederlanden, die (Nicht/mehr-)Kenntnisnahme von news oder fake-news vom US-Präsidenten etc. lassen darauf hoffen.

Die Wahl im Herbst in Deutschland wird wohl keine große Ausnahme machen, und der Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen sollte größtenteils über die Investments bestimmen.

Allein der Brexit scheint nur Verlierer hervorzubringen…

Es mehren sich die Anzeichen für einen besorgniserregenden Protektionismus in aller Welt. Die USA überlegen, Maßnahmen gegen die Einfuhr von Stahl zu ergreifen. Der chinesische Markt ist oft unzugänglich für viele europäische Unternehmen (obwohl mittlerweile wichtigster Partner von Deutschland).

Am 7. und 8. Juli findet in Hamburg das G20 Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer statt. Diese repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung, drei Viertel des Welthandels und erwirtschaften mehr als 85% des globalen BIPs.

An der Abschlussvereinbarung wird bereits seit Wochen gefeilt, und außer hohen Spesen und Krawallen wird nicht viel erwartet.

Obwohl die EU weltweit der größte Exporteur, Importeur und Investor ist: ohne die USA und Trumps Erkennen des Klimawandels und seinem Einlenken samt Zustimmung zum Pariser Klimaabkommen bewirkt dieser Gipfel wohl keine echten Resultate.

Der Imageverlust der USA seit Trumps‘ Sieg ist enorm; leider geht wirtschaftlich ohne die USA auch wenig.

Die US-Außenpolitik bewegt sich zwischen verwirrt und aggressiv. Und als wichtigster Staat der Welt wünscht sich der Präsident mit praktisch allen Ländern Handelsüberschüsse. Der Umgang mit Komplexität ist Trumps Stärke scheinbar nicht.

Das verblüffende Ergebnis eines US-Polit-Stimmungsbarometers, des „Partisan Conflict Index“ vom März 2017 zeigt: bei hohem Polit-Stress (Chefberater, FBI-Chef, Sicherheitsberater u.a. werden gefeuert; teils verrückt anmutende Äußerungen, wie „…wir haben für mehr als 250 Jahre schöne, saubere Kohle…“ (D.T.)) liefern die US-Märkte ausgezeichnete Ergebnisse.

An sich würde man das gegenteilige Resultat erwarten.

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss von 8% des BIP ist natürlich auch extrem hoch und wird vielfach bekrittelt.

 

Alle deutschen Versicherungen erhielten kürzlich von der BaFin die offizielle Genehmigung, ihre Aktienpositionen auszubauen. Wollen wir hoffen, dass das ein gutes Omen im Hinblick auf das gewählte Timing ist.

Nur etwa 4% der Deutschen investieren in Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder Zertifikate. Dabei zählen Aktien zu den Geldanlagen mit der höchsten Rendite.

In Österreich dürfte es ein noch kleinerer Prozentsatz sein…

Die EZB hat bisher für knapp 2 Billionen EURO Anleihen gekauft.

Außer einer Liquiditätsschwemme für den Markt, Stützungen der südlichen Länder und Banken iA ist nicht viel geschehen.

Hoffen wir, dass EZB und Fed wissen was sie tun und wie sie die überschüssige Liquidität marktschonend rückführen. Die Anleihenkäufe der EZB wurden bereits von 80 auf 60 Mrd. EUR monatlich verringert.

Die klassische Aufgabenstellung der Notenbanken war, innerhalb nationaler Grenzen das Geldangebot nur so maßvoll anwachsen zu lassen, dass es keine Inflation gibt.

Die bisherigen Auswüchse in USA und EU sind bekannt.

Die Zinsen in den USA steigen bereits, und auch in Europa werden wohl irgendwann wieder Zins-Anhebungen geschehen.

So werden Negativzinsen (Strafe für Kapitaleinsatz) hoffentlich bald der Vergangenheit angehören.

Der EURO erreichte letzte Woche mit 1,144 USD seinen höchsten Stand seit einem Jahr. Und das trotz der bisherigen Zinserhöhungen in den USA!

10 Jahre iPhone! Ein Wunderding hat die IT-Welt revolutioniert. Wir gratulieren!

Die Übernahme von Monsanto durch Bayer ist zwar schon genehmigt. In diesen Tagen wurde allerdings eine Gewinnwarnung von Bayer veröffentlicht, was das Vertrauen der Investoren etwas erschüttert hat. Im Vorfeld der zu erwartenden extrem hohen Kapitalerhöhung haben wir Aktien von Bayer verkauft.

Die Fusion von Linde und Praxair zum weltgrößten Industriegase-Konzern muss noch von den Aktionären und den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Die Zustimmungen werden erwartet. Wir haben unsere Linde-Stücke kürzlich nahe dem Höchststand verkauft und warten die weitere Entwicklung ab.

Nestlé wird von einem einflussreichen Finanzinvestor (Daniel Loeb) mit seinem Hedgefonds Third Point in den Fokus genommen.

Dieser will mit öffentlichen Forderungen an das Management Druck aufbauen, um  seine Investmentziele zu erreichen. Der Fonds ist bereits mit ca. $ 3,5 Mrd. investiert.

Im Wesentlichen möchte er die operative Rendite von Nestlé von derzeit ca. 15% auf 18-20% erhöhen.

Zu diesem Zweck scheinen ihm ein Verkauf von L’Oréal und der Start eines Programmes zum Aktienrückkauf probate Mittel zu sein. Wir stocken unsere Bestände in Nestlé an geeigneten Tagen auf.

Und was gibt es bei uns Neues?

Wir haben „die neue Volkspartei„. Wollen wir hoffen, dass sich mit Sebastian Kurz die Selbstverwaltung der Verwaltung, also die Bürokratie wirklich verringert.

Schwankungen an den Aktienmärkten werden uns erhalten bleiben. Wir versuchen weiterhin, diese für gute Investmentchancen zu nutzen.

Die Qualität der Unternehmen ist dabei unser Auswahlkriterium Nummer eins!

Performancevergleich seit Auflage des „PI global one“ (1.8.2007) mit verschiedenen Indizes:

 

Danke für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen. Wir setzen alles daran, dieses auch in Hinkunft zu erfüllen.

Wir freuen uns auf unsere weitere Zusammenarbeit und gute Depotentwicklungen.