Marktkommentar Jänner 2017

Sehr geehrte Vermögensinhaber,
sehr geehrte Kunden der PORTFOLIO INVEST Anlageberatung GmbH!

Das aktuelle Jahr beginnt wesentlich ruhiger als 2016. Letztes Jahr gab es im Jänner weltweite Abstürze wegen der Sorgen um die chinesische und damit auch die globale Konjunktur.
Im abgelaufenen Jahr der Autokraten bzw. Egomanen gab es wieder jede Menge Zündstoff, aber auch ausgezeichnete Chancen.

Die Weltwirtschaft scheint derzeit zu stark im Griff der Weltpolitik zu stehen.

Aber: Ob „Putschversuch“ in der Türkei, Brexit, der mE im Sande verlaufen wird, Italien-Referendum oder Wahl von Trump zum neuen US-Präsidenten: die entwickelten Märkte ließen sich nur kurz beeindrucken.

Liegt es an einem gefühlten MUSS zum Investieren, um nicht Geld zu verlieren?

Es scheint fast, als ob politische Hiobsbotschaften eine Einladung zu beherztem Kaufen an den Aktienmärkten darstellten. Viele Großinvestoren (zB Versicherungen, Pensionskassen) sind darüber hinaus am Aktienmarkt noch unterinvestiert.

„Es gibt in modernen Populationen … offenbar eine Sehnsucht nach der Inkompetenz an der Macht. Zur Stunde kann man diese Tendenz in nicht wenigen Staaten des Westens beobachten, an erster Stelle in den USA, wo ein enthemmter Clown nach dem Präsidentenamt greift, aber auch in politischen Einheiten der Alten Welt, namentlich in Polen, Österreich, Frankreich und Italien, wo der Zuspruch zu den Ungeeigneten erstaunliche Ausmaße angenommen hat.“ (Peter Sloterdijk im Juli 2016)

 

Wo und wie also investieren?

„Eines will ich Ihnen sagen: Die schlimmste Anlageform ist Bargeld. Alle sprechen davon, dass Bargeld das Größte sei und so etwas. Doch Bargeld wird mit der Zeit wertlos, während gute Unternehmen mit der Zeit an Wert gewinnen.“ (Warren Buffett)

Die Anleihenmärkte dürften ihren Zenit tatsächlich überschritten haben. Schließlich wird irgendwann die virtuelle Null-Zins-Welt ein Ende finden, was sich bei länger laufenden Anleihen an größeren Kurseinbrüchen widerspiegeln dürfte.

Auch ob die Attraktivität der Aktien weiterhin bestehen bleibt ist ungewiss. Schließlich dauert die Rally seit über sieben Jahren mit Schwankungen an, und die Aktien sind teilweise bereits sehr gut bewertet.

Die Alternativen zur Veranlagung in Aktien sind dennoch dünn gesät.

Das Zinsniveau ist nach wie vor niedrig wie nie, und wir sind gespannt, wie die EZB nach einem „Beinahe-Erreichen“ der Ziel-Inflationsrate von 2% weiter agieren wird.

Die Nullzinspolitik hat jedenfalls nicht nur die Staaten zur Ausweitung ihrer Schulden animiert. Nein, auch etliche Unternehmen haben in den letzten Jahren ihre Schuldenquote immens ausgeweitet (zB die Dax-Unternehmen seit 2008 um 45%!).

Sollte es zu stärkeren Zinsanhebungen kommen, werden die stark verschuldeten Unternehmen mit Gewinneinbrüchen konfrontiert werden. Von den Staaten mit vollkommen aus dem Ruder gelaufenen Verschuldungsgraden ganz zu schweigen. Aber hier wird vielleicht die Politik eine kreative neue Zinskategorie vorlegen; die ursprünglich festgelegten Verschuldungs-Obergrenzen gelten ohnehin auch nicht mehr.

Nur Deutschland wäre in der Lage, einen Teil der Schulden zu tilgen, sofern sich die Parteien darüber einigen könnten…

 

Die bisher moderaten Zinserhöhungen in den USA beförderten den US-Dollar auf ein 13-Jahres-Hoch.

Die heurigen Wahlen in Italien und Frankreich könnten den Euro weiter unter Druck kommen lassen.

In Europa stehen Zinserhöhungen derzeit noch nicht auf der Agenda. Bekanntlich wurde das Anleihen-Kauf-Programm von Draghi/EZB im Dezember 2016 sogar noch bis zumindest Ende 2017 verlängert. Darüber hinaus ist Draghi ja auch noch Garant für den EURO…

Die Konjunkturforscher sind sich aktuell erstaunlich einig, dass die deutsche Wirtschaft in 2017 weniger stark als 2016 wachsen wird. Hier wirken wohl die Brexit-Entscheidung und die Trump-Wahl herein.

Die Aufarbeitung des VW-Skandals kommt voran. Es wird bereits über persönliche Haftungen der über die Machenschaften informierten Manager diskutiert.
Und die Deutsche Bank? Sie zahlte auch einen Milliarden-Betrag für ihre faulen Hypothekenpapiere und hat noch immer Tausende Gerichtsverfahren mit Anlegern anhängig…

Bayer wird Monsanto wohl übernehmen dürfen, und aus der Fusion von Linde mit Praxair entsteht das weltgrößte Industriegase-Unternehmen.

Am Hauptmarkt vor unserer Haustür geschieht also auch Positives.
Ob durch die Trump-Versprechen die US-Konjunktur tatsächlich stark anzieht und auch die US-Zinsen so stark erhöht werden wie aktuell angenommen, muss sich noch weisen.
So investieren wir aktuell bevorzugt in Value-Titel statt in die bereits sehr hoch bewerteten Wachstumsaktien.

Der Aktienindex mit den stärksten Zuwächsen in 2016 war Brasilien. Unserer Meinung nach werden sich auch heuer verschiedene Schwellenländer weiter erholen.

 

Der Wunsch nach höheren Ölpreisen hat im Dezember letzten Jahres zu einer Einigung der Opec-Staaten zur Kürzung der Ölförderung geführt. Interessanterweise haben sich auch große Nicht-Opec-Länder darauf verständigt. Die Preisentwicklung im letzten Jahr (rund 100% vom Tief!) beschert uns jetzt auch den größten Anteil an der Inflationssteigerung.

Die Stimmung bei Rohstoffen ist nach wie vor gut. So gehen wir zB von weiter steigenden Ölpreisen, resp. von Aktien der Ölförderer aus und vergrößern sorgfältig die Bestände an Gewinn versprechenden Unternehmen.

Der Goldpreis sollte uE seinen Boden um ca. USD 1.100 finden, womit Aktien der größeren Gold- und Silberproduzenten wieder verstärkt in unseren Fokus kommen.
Auf Investments in Zertifikate aus diesem Bereich verzichten wir aus Transparenz­gründen explizit.

 

Im Großen und Ganzen erwarten wir auch für heuer schwankungsreiche Aktienmärkte, die Ihnen und uns weiterhin gute Investmentchancen bieten sollten.

Performancevergleich seit Auflage des „PI global one“ (1.8.2007) mit verschiedenen Indizes:

 

 

Wir danken Ihnen für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen, welches wir laufend erfüllen möchten.

Ihre Gewinne sind unsere Erfolgserlebnisse. Daher geben wir täglich unser Bestes um Ihr Kapital bestmöglich zu schützen und zu vermehren.